• 1500
    War das Gründungsjahr der Kgl. priv. Schützengesellschaft Sonthofen. Das bayerische Staatsarchiv hat festgestellt, dass das Jahr 1500 als Gründungsjahr einer Schützenvereinigung in Sonthofen angesehen werden kann. Urkundlich erwähnt wird die Erstellung eines Schießstandes in Sonthofen im Jahre 1501. Sonthofen gehörte damals zum Erzbistum Augsburg und war dort dem Thygau Rettenberg zugeordnet. An der Entwicklung des Schießwesens war damals der für diesen Thygau verantwortliche Landmann Seneca Nachtrüb, der ebenso wie die Landesfürstliche Kasse, das Schießwesen in Sonthofen finanziell und anderweitig unterstützte und förderte, maßgeblich beteiligt. Die Schützen hatten damals ja die Aufgabe ihr Gemeinwesen zu "beschützen".
  • 1530
    Fand zu Sonthofen ein "Vortelschießen" statt, wobei der Augsburger Fürstbischof Christian Freiherr von Stadion in Anwesenheit des Landesfürsten 5 Gulden (etwa 750€) zusätzlich zu den 5 Gulden aus der Thygenskasse stiftete. Dieser Vortel (Wert jetzt 2,50 €) wird bei unserer Schützengesellschaft auch heute noch bei jedem Schießen auf der Scheibe Haupt ausgeschossen. Geführt wurde die Schützengesellschaft durch einen Oberschützenmeister, der jährlich gewählt wurde. Das Amt musste angenommen werden und war eine große Ehre für den Gewählten.
  • 1631
    Durch den Schwedenkrieg geriet das Schützenwesen in Verfall. (Schwedische und kaiserliche Truppen hausten schrecklich in Sonthofen)
  • 1708
    In diesem Jahr wurde für Sonthofen eine Schützenordnung eingeführt.
  • 1750
    Wurde das erste Schützenhaus in Sonthofen erbaut, es stand etwa beim Anwesen Amman-Tausend in der Schützenstraße. Dieses Schützenhaus wurde anno 1912 abgebrochen.
  • 1869
    Dieses Jahr zeichnete sich dadurch aus, dass die Schützengesellschaft Sonthofen die im Jahre 1869 herausgekommene Bayer. Schützenordnung in seiner Generalversammlung von 18.04.1869 seinen Mitgliedern unterbietete und einstimmig annahm. Ab jetzt durfte die Gesellschaft den Zusatz "Königlich privilegiert" führen.
  • 1900
    War das Jahr der 400-Jahrfeier. Das Schießen konnte allerdings erst 1901 durchgeführt werden, obwohl die Vorbereitungen schon im Jahre 1899/1900 im vollen Gange waren. Zum Festausschuss gehörten Bürgermeister Anton Eberhart, Konditormeister Konrad Köberle, Brauereibesitzer J.B. Hastreiter, Schuhmacher Meister Johann Götzfried, Franz Bader, J.N. Merk, Adalbert Schöb, Ferdinand Glaser, J.G. Schmid, Eugen Herburger, Sebastian Geiger, Sebastian Meichelböck und viele andere sonthofener Bürger.
  • 1901
    In diesem Jahr wurde die Zimmerstutzengesellschaft mit der Feuerstutzengesellschaft vereint. Damaliger Zimmerstutzenschützenmeister war Schumachermeister Hans Götzfried. Der Mitgliederstand belief sich auf 142 Schützen. Vom 21.-25.Juli 1901 fand ein großes Festschießen anlässlich der 400-Jahrfeier statt. Es beteiligten sich 290 Schützen unserer engeren und weiteren Heimat. Abgegeben wurden 28.630 Schuss. Als Ehrengaben wurden 165 Preise zusammengetragen. Einige schöne Preise stammen aus dem bayerischen Königshaus. Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. stiftete einen antiken silbernen Pokal.
  • 1909
    Als seinerzeit Prinzregent Ludwig von Bayern auch Sonthofen besuchte, hatte die Schützengesellschaft die hohe Ehre, seine Kgl. Hoheit im Schützenhaus am Kalvarienberg begrüßen zu können. Dieser Besuch war mit einem Preisschießen verbunden. Zur Erinnerung wurde eine Ehrenscheibe gegeben (noch im Besitz des Vereins), auf welcher seine Kgl. Hoheit einen sehr schönen Schuss anbrachte. Schützenmeister Fritz Heimhuber reichte dem "Hohen Gast" einen Ehrentrunk aus dem seinerzeit gestifteten Glaspokal von seinem Vater Prinzregent Luitpold von Bayern.
  • 1920
    Durch die Kriegseinwirkungen und die Inflation musste das Schützenhaus am Kalvarienberg (Pension Götzfried) verkauft werden; es wurde ein kleineres am Bachtel erstellt. Geführt wurde der Verein in der nachfolgenden Zeit von Herrn Regierungsrat Kummer als Schützenkommissar, Fritz Heimhuber war 1. Schützenmeister und 2. Schützenmeister Josef Daigele. Weitere Ausschussmitglieder waren Adolf Herz, Wilhelm Bertele, Siegfried Scherzer, Alfons Mühlegg, Josef Enzensberger, Hans Götzfried und Fritz Fontain.
  • 1929
    Fand ein Festschießen zur 500-Jahrfeier des Marktes Sonthofen statt. Über 100 Schützen beteiligten sich an diesem Schießen. Bis 1944 wurde im Schützenhaus am Bachtel geschossen, 1945 wurde es teilweise von den Franzosen zerstört und als Schützenhaus unbrauchbar.
  • 1941
    Am 9. Dezember 1941 erfolgte auf staatlicher Anordnung der Eintrag ins Vereinsregister des Amtsgerichts in Sonthofen "Feuerschützengesellschaft Sonthofen 1500 e.V.", was später wieder in Kgl. priv. Schützengesellschaft Sonthofen 1500 geändert wurde.
  • 1959
    Der 2. Ehrenschützenmeister Josef Diagele stiftete dem Verein eine Damenschützenkette. Helene Kreutzer konnte beim Königsschießen im März in der Gaststätte Linde in Binswangen als erste die Königswürde erringen. In Verbindung mit dem TSV Sonthofen konnte von 1959 bis 1964 ein neues Schützenhaus mit einer 50m und einer 100m KK Anlage an der Iller erstellt werden. Inzwischen ist die Stadt Sonthofen an stelle des TSV in die "Stadiongesellschaft" eingetreten.
  • 1975
    Wurde das Jubiläum 475 Jahre Schützengesellschaft Sonthofen in Verbindung mit dem 16. schwäbischen Bundesschießen gefeiert, welches von dem damaligen Schützenmeister Martin Bodler hervorragend organisiert war. Schirmherren waren Prinz Eugen und Prinzessin Hella von Bayern, wodurch die frühere gute Beziehung zum Bayerischen Königshaus weiter dokumentiert wurde. Ausgeschossen wurde von den Ehrengästen eine prachtvolle Erinnerungs-Ehrenscheibe, entworfen und angefertigt von Max Enzensberger.
  • 1976
    Konnte die Schützengesellschaft große sportliche Erfolge verzeichnen. Michael Markhart wurde deutscher Jugendmeister im Luftgewehrschießen. Siegfried Mühlegg Bezirksschützenkönig und Alfons Amling König des Dreiländer Schießens, das im September in Sonthofen statt fand. In diesem Jahr wurde die Gesellschaft zum Oktoberfestumzug nach München eingeladen, wobei sich die Gesellschaft durch eine starke Abordnung repräsentierte.
  • 1986
    Fand das turnusmäßige Drei-Länderschießen (Eutin, Kastelbell, Sonthofen) am Götzfrieds Weiher statt. Hier wurde der Adlerkönig mit dem Vorderlader Gewehr ausgeschossen. Adlerkönig wurde Max Scholz aus Sonthofen. Hermann Herzog sen. nahm in der Disziplin Luftgewehr an der bayerischen und deutschen Meisterschaft in München mit großem Erfolg teil.
  • 1987
    Um der immer stärker werdenden Jugend Rechnung zu tragen, stifteten die Mitglieder Traudl Scholz, Martin Bodler und Georg Fontain sen. dem Verein eine Jugendschützenkette. Diese neue Kette hat als erster Jugendkönig Hermann Herzog jun. errungen, er konnte somit als erster Jugendschützenkönig einen Taler an die Kette anbringen. Durch einen Beschluss der Vorstandschaft wurde das Vereinsjahr auf das Kalenderjahr umgestellt. In diesem Jahr fand auch das 125-jährige Fahnenjubiläum statt. Gewinner der von Max Enzensberger nachgefertigten Ehrenscheibe vom Jahre 1862 war Georg Kitziger mit einem 361 Teiler.
  • 1990
    Wurden für die Luftgewehrschießanlage elektrische Schießstände angeschafft, sowie der Aufenthaltsraum modernisiert und eine Küche eingebaut. Für die Schützen wurde eine neue Vereinstracht angeschafft.
  • 1997
    Um den Umwelt- und Sicherheitsvorschriften gerecht zu werden, wurde die KK-Schießanlage mit neuen Kugelfängern ausgestattet und die technischen Einrichtungen modernisiert.
  • 1999
    Hat ein Jahrhunderthochwasser zu Pfingsten großen Schaden angerichtet. Die Schützenräume und Schießanlagen standen 80cm unter Wasser. Viele Unterlagen, Bilder und Erinnerungsstücke, aber auch Teile der Schießanlage und der Einrichtung wurden vernichtet bzw. schwer beschädigt. Hier möchten wir uns bei allen Helfern und Spendern, insbesondere der Stadt Sonthofen, dem Landkreis Oberallgäu und dem Schützengau Oberallgäu, für die gewährte Hilfe recht herzlich bedanken. Dank des vollen Einsatzes der aktiven Schützen und den Geldspenden konnte die Renovierung der Räumlichkeiten schnell und kostengünstig durchgeführt werden. Gleichzeitig konnte auch ein großer Kellerraum im Tausch gegen die Schießanlage im Saal dazu gewonnen werden. Die Gesellschaft verfügt heute über sechs elektrische Luftgewehrstände, sowie eine KK-Schießanlage mit zwei 50m und sechs 100m Schießständen. Einen schönen sportlichen Erfolg erzielte Hermann Herzog sen., er wurde in der Disziplin Zimmerstutzen Gaumeister und Schwäbischer Meister. Der Königlich privilegierten Schützengesellschaft gehören derzeit 118 Mitglieder an.
  • 2000
    Fand die 500-Jahrfeier unserer Schützengesellschaft mit Dreiländerschießen (Eutin, Kastelbell und Sonthofen) statt. Als Schirmherren konnten Ministerpräsident Edmund Stoiber, Landrat Gebhard Kaiser und 1. Bürgermeister Hubert Buhl gewonnen werden. Zeitgleich fand eine Sonderausstellung der Schützen im Heimathaus statt.
  • 2002
    Nahm eine große Abordnung des Vereins am Drei-Länder-Schießen in Kastelbell teil; viele Teilnehmer konnten ein Teil des Adlers abschießen.
  • 2003
    Mussten teilweise die ca. 40 Jahre alten Motore der KK-Anlage ausgetauscht werden. Umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen wurden installiert.
  • 2004
    Wurde bei einer Vorstandssitzung der Modus für die Ermittlung der Königswürde der Damen an den der Herren angeglichen (1 Schuss mit dem KK-Gewehr auf 100 m). Im März richteten wir ein Schießen zu Gunsten der „Kartei der Not“ aus und konnten eine ordentliche Spende übergeben.
  • 2005
    Wurde ein Lichtgewehr für die Jugend angeschafft. Durch einen Bruch des Illerdamms bei Fischen richtete ein erneutes Hochwasser im August wieder großen Schaden an. Die Schützenräume standen ca. 1,5 m unter Wasser. Durch viel ehrenamtliches Engagement konnte der Schießbetrieb im Oktober wieder aufgenommen werden.
  • 2006
    Wurde das Drei-Länder-Schießen in Sonthofen ausgetragen, bei dem Walter Harzenetter die Königswürde errang.
  • 2007
    Überarbeitung unserer Satzung und Anpassung an die aktuellen Gegebenheiten. Modernisierung unserer Kleinkaliberanlage durch Installation von Kameras und Monitore für eine elektronische Trefferanzeige. Anhebung der Blenden, sodass auch große Schützen optimale Bedingungen vorfinden.
  • 2008
    Neugründung und Aufbau einer Bogensportabteilung, die einen regen Zulauf an Mitgliedern und sportliche Erfolge brachte.
  • 2009
    Die ersten Verhandlungen über den Abriss des bestehenden Illerstadions werden geführt. Vorstellung des geplanten Neubaus. Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung am 16. November, in der alle anwesenden Mitglieder dem Abriss des bestehenden Gebäudes und dem Neubau einer Trendsporthalle zustimmten, nachdem unsere Bedingungen von Bürgermeister Buhl akzeptiert wurden. Anschaffung von einheitlichen Jacken und T-Shirts für die Jugend und die Bogenabteilung. Bei der Bayerischen Behinderten-Meisterschaft errang Irene Hasemann in der Disziplin Luftpistole den 1. Platz.
  • 2010
    Am 26. August begann der Abbruch unseres Schützenheimes. Bei unserem Patenverein, dem SV Altstädten, konnten wir im September unseren Schießbetrieb wieder aufnehmen. Noel Blank wird Gaujugendkönig.
  • 2011
    Hermann Herzog sen. wird bei der Generalversammlung am 23. Februar zum Ehrenmitglied ernannt. Irene Hasemann holt sich in der Disziplin Luftpistole bei den Bayerischen Behinderten-Meisterschaft den Meistertitel.
  • 2012
    Durch viel ehrenamtliches Engagement unserer Mitglieder wurden ab Januar die neuen Schützenräume ausgebaut. Es steht nun eine vollelektronische Schießanlage mit 10 Ständen für Luftgewehr, Luftpistole und Zimmerstutzen sowie 6 Kleinkaliberstände für 100 m und 8 für 50 m zur Verfügung. Für die Bogenschützen wurde eine Indoor-Bogenhalle mit zahlreichen Ständen geschaffen. Am 5. Oktober fand die feierliche Einweihung des neuen Schießzentrums statt. Unter den Ehrengästen war auch „Seine Königliche Hoheit Prinz Wolfgang von Bayern“. Er zeichnete Max Enzensberger mit dem Protektoratsabzeichen aus. 2. Bezirksschützenmeister Hans Hafner verleiht der Kgl. priv. Schützengesellschaft Sonthofen1500 die vom Bayerischen Schützenbund gestiftete Verdienstnadel in Gold. Zum Tag der offenen Tür am darauf folgenden Tag kamen viele Interessierte.